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Geöltes Parkett richtig pflegen

Laufende Reinigung, Abstände fürs Nachölen, Produkte zum Meiden und wie Sie eine markierte Stelle ausbessern, ohne den Raum neu zu machen.

Ein geölter Boden ist nicht aufwendiger als ein lackierter — er wird nur anders gepflegt. Sie schützen keinen Film, Sie nähren das Holz. Wer diesen Unterschied verstanden hat, hat das Wesentliche verstanden.

Das Prinzip

Öl dringt in das Holz ein und sättigt es, macht es von innen wasserabweisend. Oben liegt kein Film. Ein geölter Boden ist deshalb nie „durchgelaufen” — er ist einfach hungrig, und man füttert ihn nach.

Laufende Reinigung

  1. Zuerst saugen oder kehren. Sand schmirgelt den Boden ab; entfernen Sie ihn, bevor etwas Feuchtes die Oberfläche berührt.
  2. Nebelfeucht wischen, gut ausgewrungen. Der Boden soll binnen einer Minute trocken sein. Stehendes Wasser in einer Fuge ist das Einzige, was Öl nicht verzeiht.
  3. Eine Seife für geölte Böden verwenden — meist eine Naturseife, die reinigt und zugleich leicht nachnährt. Kein Allzweckreiniger.

Einmal wöchentlich im Wohnbereich genügt.

Was zu meiden ist

  • Dampfreiniger — Hitze und Feuchte treiben das Öl aus dem Holz.
  • Fettlösende oder alkalische Mittel — sie entfernen genau das, was drinbleiben soll.
  • Essig, entgegen manchem Internet-Tipp — Säure greift geölte Oberflächen an.
  • Silikonhaltige Pflegemittel — sie legen sich obenauf, glänzen eine Woche und blockieren jedes spätere Nachölen.

Nachölen: wie oft

Bereich Abstand
Flur, Küche, Hauptlaufwege Ein- bis zweimal jährlich
Wohnzimmer Alle 1 bis 2 Jahre
Schlafzimmer Alle 3 bis 5 Jahre

Der Test: einen Wassertropfen auf den Boden geben. Perlt er ab, tut das Öl seine Arbeit. Zieht er ein und dunkelt das Holz nach, braucht diese Stelle Nahrung.

So wird nachgeölt

Gründlich reinigen und trocknen lassen. Pflegeöl sparsam mit Tuch oder Pad in Faserrichtung auftragen. Die auf der Dose angegebene Zeit warten, dann allen Überschuss abnehmen — dieser Schritt ist nicht optional. Auf der Oberfläche stehendes Öl bleibt klebrig und bindet Schmutz. Den Boden für die angegebene Trockenzeit nicht betreten.

Der wahre Vorteil: die örtliche Reparatur

Hier schlägt Öl jede andere Oberfläche. Eine zerkratzte oder markierte Stelle verlangt keine Neubehandlung des Raums:

  1. Die Stelle reinigen.
  2. Mit einem feinen Pad in Faserrichtung ganz leicht anschleifen.
  3. Nur diese Stelle nachölen.
  4. Überschuss abnehmen und aushärten lassen.

Die Ausbesserung geht auf, weil keine Filmkante sichtbar wird. Auf einem lackierten Boden hinterlässt derselbe Eingriff einen sichtbaren Hof.

Flecken

  • Fett — schnell handeln, saugfähiges Pulver, dann Seife für geölte Böden.
  • Wein, Kaffee — Seifenwasser; bleibt ein Schatten, leicht anschleifen und nachölen.
  • Wasserrand — verschwindet meist beim Nachölen.
  • Schwarze Absatzstriche — etwas Pflegeöl auf einem Tuch nimmt sie ab.

Eine Warnung zu Lappen

Mit Naturöl getränkte Tücher können sich beim Aushärten von selbst erhitzen; Selbstentzündungen sind dokumentiert. Breiten Sie sie flach im Freien aus oder tränken Sie sie in Wasser, bevor Sie sie entsorgen. Niemals zusammengeknüllt im Eimer liegen lassen.

Quellen

  • FCBA — Pflege und Renovierung geölter Holzböden.
  • AFNOR — NF EN 13489 (werkseitig behandeltes Mehrschichtparkett).