Jede Woche sehen wir Dutzende Projekte — Wohnungssanierungen, Neubauten, Läden. Hier, ganz ohne Glaskugel, was die Bestellungen dieser Saison wirklich dominiert und was wir für dauerhaft halten.
1. Das «unsichtbare» Hell wird Standard
Wunsch Nummer eins: eine Eiche, die nicht vergilbt. Die sogenannten unsichtbaren Oberflächen — Lacke und Öle, die dem Holz die Roh-Optik lassen — sind von der Nische zum Reflex geworden. Sie tragen Skandi- und Japandi-Stil und dienen farbigen Interieurs als Leinwand. Urteil: eine Grundströmung, keine Mode.
2. Die Breiten wachsen weiter
180 mm war die «Landhausdiele» von vor zehn Jahren; 220-260 mm ist die neue Normalität schöner Projekte, bis zu Einblatt-Formaten in großen Volumen. Der Holztuch-Effekt — weniger Fugen, mehr Ruhe — erklärt alles (auch im kleinen Raum). Urteil: dauerhaft, seit die Mehrschichtkonstruktion die Stabilität gelöst hat.
3. Die Rückkehr der Muster
Nach fünfzehn Jahren Herrschaft der geraden Diele kehren Chevron und Fischgrät in urbanen Sanierungen stark zurück — oft in einem Raum, als «Holzteppich». Die Versailles-Tafel folgt, in heller, grafischer Version. Urteil: Muster kehren seit zwei Jahrhunderten in Zyklen wieder; dieser hat noch gute Jahre.
4. Totale Mattigkeit
Seidenglanz weicht überall: Je matter die Oberfläche, desto roher wirkt das Holz, desto aktueller das Interieur. Praktische Folge: gebürstete Matts verbergen den Alltag besser. Urteil: gesetzt.
5. Räuchereiche im Hinterhalt
Der bewusste Gegentrend: Während alles hell wird, dunkeln die «Abendräume» — TV-Zimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer — mit Räuchereiche für die gedämpfte Stimmung. Beide Bewegungen koexistieren, oft im selben Haus.
Zum Entdecken: Nordisch für die Hellen, XXL für die Breiten, Chevron und Herringbone für die Muster, Geräuchert für den Gegentrend — und die aktuellen Gelegenheiten unter den Auslaufposten.


