Die Sanitärinstallation zu erneuern heißt, ein Material für dreißig Jahre zu wählen. Kupfer regierte, PE-X demokratisierte die Baustelle, das Mehrschichtverbundrohr versöhnte beide. Die Regeln liefern DIN 1988 / DIN EN 806 (Trinkwasser) und DIN 1986 (Entwässerung).
PE-X: das Wirtschaftliche
Halbstarres Kunststoffrohr, blau (kalt) oder rot (warm). Pro: unschlagbarer Preis, flammenlose schnelle Montage, ideal als Sternverteilung ab Verteiler — ein durchgehendes Rohr je Zapfstelle, null versteckte Verbinder. Contra: dehnt sich stark, nichts für Aufputz (unschön), UV-empfindlich. Der Standard, wenn alles unter Putz oder in der Vorwand läuft.
Mehrschichtverbundrohr: das Vielseitige
PE-X mit Aluminiumkern: formstabil, minimale Dehnung, unter Putz wie sauber Aufputz einsetzbar. Pressfittinge (Presszange) oder Klemmverschraubungen. Etwas teurer als PE-X, deutlich gutmütiger. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Komplettsanierung, auch für die Anbindung der Fußbodenheizung.
Kupfer: das Langlebige
Fünfzig Jahre und mehr, recycelbar, schön in Sichtmontage (Industrial-Sanierungen lassen es bewusst sichtbar). Aber: Hartlöten will gekonnt sein, hoher Metallpreis, empfindlich bei aggressiven Wässern. Oft bleibt es für sichtbare Strecken, im Mauerwerk läuft Kunststoff.
Abwasser: HT/KG-Rohr ohne Zögern
Nennweiten: DN 40 Waschbecken, DN 50 Dusche und Spüle, DN 100 WC. Die Regel, die 90 % der Probleme vermeidet: 1 bis 3 cm Gefälle je Meter (Mindestgefälle 1 %) — nie weniger (Stau), nie viel mehr (das Wasser läuft den Feststoffen davon).
Die Anschlussquerschnitte (PE-X/Verbundrohr)
- 16×2 mm: Waschtisch, WC, Spüle, Wasch-/Spülmaschine, Dusche.
- 20×2 mm: Badewanne, Verteilerzuleitung, Regendusche mit hohem Durchfluss.
- Die Sternverteilung ab Verteiler (keine Verbinder in Wand oder Boden) ist die sicherste Bauweise — ein unzugänglicher Fitting ist ein Schadensfall in Wartestellung.
Der kritische Punkt der Sanierung: das Bad
Der Raum, in dem Installation und Beläge sich treffen. Abdichtung nach DIN 18534 im Duschbereich, zugänglicher Bodenablauf, und wenn Sie von einem warmen Boden träumen: Ja, Parkett im Bad geht — mit der richtigen Holzart und Oberfläche.
Leitungen verlegt, Druckprobe dokumentiert, Wände geschlossen: logisch weiter mit dem Bodenausgleich und den Belägen — siehe der komplette Ablauf.

