Ohne Lüftung wird das sanierte, dichte Haus zur feuchten Box: Kondensat, Schimmel, verbrauchte Luft. In Deutschland gilt: Werden Fenster getauscht oder mehr als ein Drittel der Dachfläche saniert, verlangt die DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept — der Planer muss nachweisen, wie die Wohnung nutzerunabhängig gelüftet wird.
Die drei Systeme
| System | Prinzip | Für wen |
|---|---|---|
| Abluftanlage (feuchtegeführt) | Zentraler Ventilator zieht über Bad/Küche ab, Nachströmer in den Fassaden | Standardsanierung, kleines Budget |
| Dezentrale Geräte mit WRG | Paarweise Wandgeräte mit Keramikspeicher (bis ~90 % Wärmerückgewinnung) | Wohnungssanierung ohne Kanalnetz — der Renovierungs-Klassiker |
| Zentrale Anlage mit WRG | Zu- und Abluft über Kanäle, Wärmetauscher 75-90 % | Kernsanierung mit hoher Dichtheit — braucht das komplette Kanalnetz |
Das Durchströmungsprinzip (Schema)
Die Richtwerte der Abluft (Wohnung)
- Küche: 40-60 m³/h (Stoßlüftung beim Kochen) · Bad: 40 m³/h · WC: 20 m³/h (Nennlüftung nach DIN 1946-6, je nach Wohnungsgröße).
- Der Türspalt (1 cm, Küche 2 cm) gehört zum System: dicht schließender Teppichboden = erstickte Anlage.
Die klassischen Fehler
- Gequetschte oder gedehnte Flexschläuche: Druckverlust, Lärm — Rohre gerade ziehen, besser starr/halbstarr.
- Gerät ohne Schwingungsdämpfer auf den Balken: das ganze Haus hört mit — siehe Haustechnik-Lärm.
- Fortluft in den Dachraum statt übers Dach: Die Feuchte fault den Dachstuhl und ruiniert die Einblasdämmung.
- Strom: eigener Kreis, siehe der Verteiler.
- Und für Ihre Böden: stabile 45-65 % Luftfeuchte sind genau das, was Holz liebt — die Lüftung ist der beste Freund des Parketts.

